Seekapelle

Seekapelle mit Blumenteppich

Um die Madonna in der Seekapelle rankt sich eine alte Legende. Sie erzählt, dass eines Tages nach einem Sturm vom See eine wunderschöne Madonna ans Ufer angeschwemmt wurde. Diese gefiel den Leuten besser als die alte Madonna, die sich in der Seitenkapelle der Hofmarkskirche, der früheren Gemeindekirche, befand und von der Bevölkerung sehr verehrt wurde. Daher brachte man die alte Madonna in die kleine Seekapelle am Ufer, innerhalb der Schlossmauer, und führte die „von Gott geschenkte“ neue Statue in feierlicher Prozession in die damalige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt über. Am nächsten Tag stand jedoch wieder die alte Madonna oben in der Pfarrkirche, die neue aber in der Seekapelle. Als man daraufhin wieder tauschen wollte, begann die schöne, angeschwemmte Madonna zu weinen und die Tränen liefen ihr in dicken Strömen über das Gesicht. Da ließ man von dem Vorhaben ab und sogleich versiegte der Tränenstrom. Von diesem Geschehen leitet sich der Name „liabwoanerte Frau vom See“ ab. Während in der Folge die alte Madonna weiterhin viel aufgesucht wurde, kamen zu der schönen weinenden Marienfigur vor allem die Fischer und die Schiffer. Bei der alljährlichen Lichterprozession am Fest Maria Himmelfahrt schreitet der Zug der Wallfahrer an beiden Madonnen vorüber. (nach Archivpfleger Drummer aus der Chronik von Bernried)